Öffnet in einem neuen Tab

Heilig Kreuz Siegen

Kolumbarium und Werktagskapelle

Grundidee:
Der gestalterische Ansatz des vorliegenden Beitrags zitiert die Architektur der Kirche, die mit ihrer markanten Apsis anregt formal neu zu denken.
Als Antwort auf diese Prägnanz wurde ein Raumkonzept entwickelt, welches mit einem Halbrund direkt unter der Empore, als Entree in das Langhaus beginnt. Neben dem neuen Eingang werden zwei Trauerpastoralräume mit Beichtraum, Wasserstelle und WC ihren Platz finden. s. Grundriss
Der Weg wird bestimmt durch den sanften Schwung der Raumelemente, im Radius der Apsis. In respektvollem Abstand spannen sich die Raumriegel in den Architekturraum und schaffen mittels Öffnungen und Geschlossenheit, mittels Rhythmik und Ordnung einen neuen Raum, einen Platz für Abschied, für Gebet, für Stunden in Trauer. Das mittig stehende höhere Tischpult trägt das Buch mit den Namen aller hier Bestatteten.
Aussage:
Zu Beginn der Arbeit und der Auseinandersetzung mit den Themen -Sterben, -Tod, -vor Gott stehen, war das Bestreben vorrangig, eine Gestalt zu finden, die auf Individualisierung der einzelnen Urnenstätten setzt.
Erst im Laufe des Entwurfsprozesses ist diese Haltung einer neuen Einsicht gewichen.
In der Stunde des Todes sind alle Menschen gleich, vor Gott gibt es keine Bewertung, jegliche Charakteristik zählt nicht mehr.
Damit wurde die Entscheidung getroffen, die gestalterische Hülle der Stätten als vollkommene Ganzheit zu entwickeln.
Inhaltlich thematisiert die Arbeit, in Verbindung mit Bewegung und Erneuerung, den Kreislauf des Lebens. Denn Stillstand gibt es nicht, auch zum Zeitpunkt des Sterbens, des Heimgehens und Los-lassen-müssen nicht.
Den Beginn allen Lebens, über den Tod hinaus, zum Ausdruck zu bringen, wurde eine abstrahierte Wasserstruktur zum Übermittler der Kernaussage gewählt.
Wandelemente: inhaltlich
Nach der Entwickelung einer räumlichen Figuration, die dem Raum adäquat antwortet, war der weitere Anspruch eine Schließfachassoziation zu vermeiden. Der inhaltlichen und formalen Ausformulierung der Urnenfronten wurde mit der vorliegenden Arbeit besondere Beachtung zu teil. Feierlichkeit statt gerasterte Belanglosigkeit prägt das Erscheinungsbild.
Dieses ist geprägt von einer Struktur, die recht bewegt ist, jedoch aufgefangen im Material -Betonlith-, wirkt diese lebhafte Oberfläche geradezu still und sphärenhaft.