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Marie-Elisabeth Lüders Haus Erweiterungsbau Restaurant

Kunstwettbewerb Deutscher Bundestag - Marie-Elisabeth-Lüders-Haus: Restaurant

Tischskulptur

Dem Tisch ist mit dem vorliegenden Wettbewerbsbeitrag ein Denkmal gesetzt.
Aus seiner funktionalen Größe in eine andere Dimension und in eine leuchtende
Materialität gebracht, erlangt er auf dem goldenen Grund, ungeachtet der betonten Schlichtheit, eine skulpturale Ausdruckskraft.

Der Tisch hat als Versammlungsort, sowie für kollektive menschliche Lebensbewältigung, -führung und -gestaltung ethnologische Bedeutung.
Am Tisch zusammen zukommen um zu essen, zu trinken und zu reden, ist auch heute ein Grundbedürfnis des Menschen und beinhaltet eine archaische Urform von menschlicher Gemeinschaft.
Die Tischkultur, Tischgesellschaft, das Tischgespräch sind Symbole für eine philosophische und ethische Lebenspraxis. Hier werden die Bande der sozialen Routine geknüpft und gefestigt. Der Verlust dieses Ortes hätte (hat zum Teil schon) verheerende sozialpolitische Auswirkungen, wie Vereinsamung, Krankheit, um nur Eckpfeiler zu nennen, für den Einzelnen und die Allgemeinheit.
Innerhalb der (westlichen) Kulturgeschichte nimmt der Tisch eine zentrale Rolle ein. Als Ort der Kommunikation, an dem unterschiedliche Meinungen/ Ideen vorgebracht, formuliert und diskutiert werden, steht der Tisch symbolisch auch für den Bundestag als Ort eines gesellschaftlichen Aushandlungsprozesses. Inhaltlich kann ein Bogen zur Namensgeberin Marie-Elisabeth Lüders und deren Engagement für Soziales, Familie und Gesundheit geschlagen werden.

Das Kunstwerk wird dem Kunstkonzept für das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus gerecht und folgt der Idee einer Reflexion über Funktion und Bedeutung des Hauses. Ferner nimmt der minimalistische, konzeptuelle Entwurf die klaren Strukturen des Baus „die geometrische Architektursprache“ von
Stefan Braunfels auf und unterstreicht die Synthese von Kunst und Architektur.

Die Installation verleiht dem Innenraum durch die klare Präsenz der sehr einfachen Form eine besondere Atmosphäre und wertet mit ihrer Helligkeit den tiefer gelegen Raum auf. Die Möblierung, die „geometrisch strenge Rhythmisierung“ des Restaurants wird mit der Platzierung der Skulptur aufgenommen, doch gleichermaßen gebrochen. Die Tischfigur „sprengt“ die Reihe, sie irritiert, provoziert vielleicht sogar, dennoch, oder gerade deshalb entfaltet sich dem Betrachter/Besucher deren Symbolkraft.